Bianca Prommer [00:00:01]:
Hallo Eva, schön, dass du heute in meinem Podcast bist.
Eva Novak [00:00:04]:
Guten Morgen, ich freue mich auch sehr.
Bianca Prommer [00:00:07]:
Eva, wir kennen uns ja, ich würde sagen, ein halbes, dreiviertel Jahr über den New Work Wirbel, den wir ja dann gemeinsam auch im April dann veranstaltet haben und irgendwie sind wir dann auch so zum Quatschen gekommen, vor allem bei dem UBIT-Fest, also für uns Unternehmensberaterinnen und Berater. Und dann habe ich mir gedacht, naja, die Eva, die ist doch ganz spannend, die lade ich mir doch jetzt einfach mal den Podcast ein, weil du noch einmal einen ganz anderen Zugang auch zum Thema Innovation, Innovation möglich machen, Teamarbeit hast und darüber möchte ich ja heute mit dir sprechen. Aber bevor wir da ist gleich direkt einsteigen, Eva, Was sollten denn unsere Zuhörerinnen und Zuhörer über dich wissen?
Eva Novak [00:00:51]:
Ja, danke für die Einladung auf alle Fälle. Ich freue mich, dass ich heute mit dir darüber sprechen kann, was so in Teams abgehen kann. Ich selber bin Unternehmensberaterin, spezialisiert auf Fragen rund Personal und Organisation und was man vielleicht wirklich wissen sollte ist, aus meinem Werdegang heraus, Ich setze dort an, wo es Wirksamkeit im Arbeitsalltag geht. Das ist mir ganz wichtig, dass es darum geht, wie können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gut und mit Freude leisten? Was braucht es dazu? Und von dem weg ergeben sich dann eigentlich die tatsächlichen Fragen. Geht es Teamentwicklung? Geht es die Organisation? Was braucht es? Wie ist das Mindset? Wie ist die Kultur da, gut arbeiten zu können? Und das macht mir richtig viel Freude.
Bianca Prommer [00:01:44]:
Was ist eine typische Fragestellung, mit dem jetzt Unternehmen auf dich zukommen, damit ich mir das besser vorstellen kann?
Eva Novak [00:01:53]:
Genau. Ja, ganz klassisch dort, wo der Schuh drückt. Wir würden uns als Vorberaterseite ja oft wünschen, dass es auch von der anderen Seite kommt. Wo können wir positiv hingehen? Aber natürlich ganz verständlich. Teams arbeiten nicht gut zusammen. Das ist die erste Frage. Was heißt gut? Es kommen keine Ergebnisse raus. Oder es ist so konfliktträchtig.
Eva Novak [00:02:18]:
Sie verstehen sich nicht. Die Arbeitsatmosphäre passt nicht. Was können wir hier tun? Und leider oder aus der betrieblichen Praxis heraus auch ganz oft sehr plakativ einfach, die tun nicht oder es funktioniert nicht, was auch immer dann. Und da gibt es dann hinzugreifen und zu schauen, was steht denn eigentlich wirklich dahinter.
Bianca Prommer [00:02:44]:
Und was steckt da häufig? Gibt es da etwas, was häufig dahinter steckt oder ist es sehr individuell?
Eva Novak [00:02:51]:
Nein, das ist auch genau das, was mir so viel Freude an diesem Job eigentlich macht und wo ich so auch ein bisschen meine Mission sehe. Ich habe jetzt auch, weil ich ja selber auch aus der Praxis komme, selber im Personalmanagement auch tätig war, es zeigt sich sehr oft, dass es völlig klar ist, wenn dann Konflikte da sind, dass komplette emotionale Überlagerung schon da ist. Und dass sehr vieles in einem ersten Schritt schon aufgeräumt werden kann, dass es oft an Wissen fehlt. Ja? Warum? Und da sagen wir schon, warum ist es emotional? Aus welchen Gründen welche Situation wo ist. Oft auch Theoriewissen fehlt, was für Fakten, für Daten dahinter stehen und das zweite auch ganz oft, dann ist oft auch einfach schlicht und ergreifend, das ist eben nicht so schlicht, an der Methodik fehlt. Wie kommuniziere ich? Wir werden uns zunehmend nicht aussuchen können, mit wem wir zusammen, als ganz normal, dass wir auch mit Personen zusammenarbeiten, die uns jetzt vielleicht weniger sympathisch sind, wo ich dem oder derjenige auch nicht sympathisch bin. Aber wir müssen es schaffen, arbeitsfähig zu sein. Und da sehe ich sehr oft, dass schon viel, viel, viel gewonnen werden kann, indem ich einfach die richtige Methodik beherrsche und insofern das ermöglichen kann.
Bianca Prommer [00:04:11]:
Spannend, was du sagst. Ich bin ja jemand, ich liebe ja Methodiken, weil sie einfach einen roten Faden geben, auch eine Sicherheit geben. Hast du da vielleicht schon nochmal so einen ersten Tipp für uns, welche Methodik da vielleicht auch helfen kann, wo man vielleicht auch mal ein bisschen nachschauen kann, womit man sich beschäftigen sollte vielleicht.
Eva Novak [00:04:34]:
Ja, vielleicht möchte ich noch einen Schritt zurückgehen. Für mich ist immer ganz wichtig, das habe ich auch so auch in der, ich sage jetzt in der HA, in der OE, Personalentwicklungsszene doch etwas kritisch beäugt in den letzten Jahren, ja ganz klar dieses Hinwenden zu wie es auch immer heißt Soft Skills, Personalkompetenzen und so weiter und so fort, weil das andere kann man lernen und da sind wir jetzt eigentlich beim Thema des heutigen Tages, dann sage ich, ja gut, richtig. Aber es muss auch gelernt werden. Also ich kann mich jetzt dem nicht mehr zuwenden und das ist für mich so ein Punkt, wo ich sage, nur Mut, ja ganz klar, Es gibt persönliche Eigenschaften, Kompetenzen, Fähigkeiten, die ich mitbringe, gut als Führungskraft arbeiten zu können, die mich eher befähigen, in einem Team eine gewisse Rolle einzunehmen. Aber das Handwerkzeug brauche ich trotzdem. Und nur Mut. Es kann gelernt und erlernt werden. Und für mich eine so eine Methodik, die ganz klar ist, ist dieses Kommunikationsset, sage ich, rund Fragetechniken.
Eva Novak [00:05:50]:
Also ich bekomme immer mehr drauf, ich sehe immer weniger. Jeder Satz hat zwar einen Kurikul, einen Teil Kommunikation, aber was steckt da wirklich dahinter? Welches Handwerkzeug nehme ich mit? Und da komme ich dann schon auch sehr oft in dieses Thema, das heißt, naja, also so wie du das jetzt so siehst, da fange ich ja dann an, Personen zu manipulieren. Ja, ist auch schon in diese Richtung gekommen. Und dann muss ich aber oder möchte ich ganz provokant fragen, ja was ist denn Führung eigentlich? Führung ist Menschen beeinflussen wollen und können, aber in diesem positiven Sinn auch das gemeinsame Ziel hinzubewegen. Und allein dieser Gedankengang zum Beispiel merke ich oft, ist bei vielen sehr neu und sehr spannend. Also dieses nicht nur beeinflussen, manipulieren wirklich eine Aufgabe der Führungskraft, von dem ich dafür tatsächlich Handwerkzeug habe, das ich nutzen kann.
Bianca Prommer [00:06:48]:
Spannend, was du sagst, weil manipulieren wird das ja häufig sehr negativ behaftet. Ich stülpe jemandem was drüber, was er eigentlich nicht möchte. Also wirklich dieser negative Touch von manipulieren. Aber so wie du sagst, also ich glaube auch, dass es genau darum geht, wir wollen ja im sinne des unternehmens ziele gemeinsam erreichen genau dafür bin ich als führungskraft ja auch mitverantwortlich gemeinsam mit meinem Team hier einen Beitrag zu leisten, damit diese Ziele möglich werden.
Eva Novak [00:07:19]:
Genau, ganz genau.
Bianca Prommer [00:07:23]:
Und deswegen, ich glaube dieses Manipulieren ist so negativ behaftet, aber es geht ihm wirklich gemeinsam in eine Richtung zu gehen, gemeinsam über Ziele überhaupt einmal zu sprechen, gemeinsam nachzudenken, wie können wir denn zusammenarbeiten, damit wir diese Ziele auch erreichen. Und du hast sehr schön gesagt, Fragetechniken. Ich werde auch ganz häufig gefragt, du Bianca, was ist die wichtigste Technik, was sollte ich unbedingt lernen, was ist die beste Innovationsmethode? Und ich habe schon mehrmals erwähnt, es sind Fragetechniken. Also für mich ist es nicht jetzt, du musst jetzt Ries machen, du musst das machen, sondern du musst gut in Fragetechniken sein. Da habe ich auch schon eigene Podcast-Folgen dazu gemacht, weil ich glaube, dass das wirklich das Grundwerkzeug ist, gute Fragen stellen zu können.
Eva Novak [00:08:07]:
Genau, gute Fragen zu stellen, stellen zu können und insofern offen und neugierig für neues, gierig nach Neuem zu sein und so wirklich neue Handlungsmöglichkeiten überhaupt aufzumachen, neue Perspektiven aufzumachen. Und das bringt mich jetzt auch zu diesem Punkt, wo ich auch ganz bewusst sage, das Handwerkzeug auf der einen Seite, auf der anderen Seite, was sind so diese Future Skills, von denen man spricht. Und da ist im Gespräch immer wieder überraschend, dass ich sage, Leute, es braucht Neugier. Neugier von dem her. Lebenslanges Lernen, das sind also diese Begrifflichkeiten, die da sind. Wobei für mich lebenslanges Lernen ja dann schon wieder das Tun ist, das aus der Neugier entspricht. Und genau da sind wir bei dem Punkt, kann ich als Führungskraft und jetzt möchtet ihr, das ist jetzt wieder die hierarchische Denke, ja, auch in einem selbst wirk-selbstorganisierten Team können wir gute, richtige Fragen stellen, die uns Neues eröffnen, ja, Und das Wichtige bei Neugier, jemand der neugierig ist, das bedeutet, wir kennen das ja alles. Wenn wir auf irgendwas neugierig sind, dann entdecken wir vielleicht etwas und dürfen gleich einmal einfach nur, das heißt nur, wir dürfen erstens staunen, meistens staunen wir zuerst.
Eva Novak [00:09:37]:
Das heißt, das ist auch was total Emotionales, was positiv Emotionales und dann bewerten wir erst oder gehen in ein Urteil, ob das jetzt passt oder nicht. Und das ist für mich so dieses Versprechen in die Zukunft, wenn ich neugierige Mitarbeiter und neugierige Führungskräfte habe. Das sind Menschen, die von vorneherein sagen, ich kann gar nicht alles wissen, Ich möchte Neues erfahren, weil ich glaube, dass mich das ins Staunen versetzt und ich dann erst auch urteile, passt das jetzt oder passt das nicht. Und das ist zum Beispiel auch so etwas, was jetzt in Kombination mit dem Handwerkzeug der Fragen extrem wirksam ist.
Bianca Prommer [00:10:18]:
Du hast jetzt einiges gesagt, wo ich gerne gleich mit dir weitersprechen möchte. Ich glaube auch, nur Fragetechniken alleine helfen nichts. Ich muss ja wirklich neugierig sein und auch offen sein, so wie du gesagt hast, diese Antworten auch wirklich hören zu wollen. Ja. Dann natürlich auch schnell einmal sagen, so, okay, wie kannst du jetzt da unterstützen oder wie, was wäre da möglich? Aber eigentlich ist es völlig egal, was du dazu sagst. Also erlebe ich auch. Das ist so wie wenn ich sage, und wie geht es dir heute? Und eigentlich ist es mir ziemlich wurscht, wie es dir geht. Es selber spitz und übertrieben zu formulieren.
Bianca Prommer [00:10:54]:
Also ich glaube, wenn wir mit Fragen arbeiten, dann braucht es aber eben auch diese Neugier, zu sagen, ich bin jetzt auch wirklich neugierig, was dieser Mensch antwortet. Und ja, ich halte es auch aus, wenn es vielleicht nicht so bequem ist. Wenn es vielleicht einmal eine neue Perspektive ist, wie du es gesagt hast. Eine neue Sichtweise. Oder mir auch jemand einmal sagt, mir geht es eigentlich nicht gut.
Eva Novak [00:11:16]:
Ja. Oder ich sehe das komplett anders.
Bianca Prommer [00:11:21]:
Genau. Das muss man aushalten können. Also wie du sagst, zuerst mal dieses Staunen und diese Offenheit, spannend was diese Person gerade sagt. Und dann erst zu bewerten, zu interpretieren, wie auch immer, für sich dann auch auszusortieren. Also ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, wenn wir Fragetechniken verwenden, dann nicht der Frage willen, sondern eher der Antwort willen und diese neue Perspektive zu bekommen.
Eva Novak [00:11:46]:
Ja, ganz genau.
Bianca Prommer [00:11:48]:
Möchte ich nur betonen, weil viele einfach Fragetechnik wiederum als Technik sehen, ja dann verwende ich halt Fragen, da geht schon noch ein bisschen mehr.
Eva Novak [00:11:56]:
Genau, genau. Und so habe ich das auch in meinem vorhin gemeint, ja, dass ich sehr wohl immer wieder über sehr viele Mitarbeiter, Führungskräfte, in welcher Funktion auch immer, in meiner Arbeit treffe, wo wir das Wollen da haben, also dieses dürfen, können, wollen. Wo wir sogar bei diesem Wollen, da brauchen wir uns oft gar keine Gedanken machen. Wo sehr viele nämlich immer wieder meinen, wollen die überhaupt? Es wollen viel mehr, als man glaubt. Aber sie können nicht, weil ihnen dieses Handwerkzeug nicht an die Hand gelegt wird, weil diese Zeit nicht investiert wird. Und das ist eben dieser springende Punkt, wo ich sage, ja und Mut, es kann dann eben, wenn ich dieses Wollen kann, unterstützt werden durch ein gutes Können. Und was man auch nicht vergessen darf, wir sind hier, also ich arbeite ganz klar in einem unternehmerischen, wirtschaftlich erfolgsorientierten Rahmen. Letztlich suche ich mir freiwillig aus, in welchem Unternehmensziel, Kultur ich arbeiten und wirksam sein möchte.
Eva Novak [00:13:05]:
Das heißt, es ist ja auch dann Aufgabe, durch dieses Fragen meine Mitarbeiter erleben zu lassen, dass sie gleich behandelt werden, dass sie das gleiche Interesse, das ist dann Wertschätzung im unternehmerischen Sinn und gleichzeitig im sachlich-professionellen Sinn, weil ich eben lerne und kann, meine Fragen so zu stellen, dass sie auf das unternehmenswerte Ziel ergebnisorientiert abzielen. Und das sage ich eben, und insofern Tools und Methodik, Methodikkompetenz ist etwas, was ich sehr oft als unterbeleuchtet in Unternehmen oder einfach als großes Potenzial noch sehe, weil viele es auch sagen, naja, wir haben ja zum Beispiel Führungskräfteentwicklung, wir haben ein Curriculum. Aber frage mal wirklich hinein, welche Inhalte Oder welches Können dann hinten rauskommt, also was der Output dann tatsächlich ist. Und da wird es dann schon spannend.
Bianca Prommer [00:14:08]:
Und was Sie dann vor allem auch wirklich umsetzen, ich finde gerade, ist ein Transfer in die Praxis. Was hilft mir das, wenn ich ein zweitägiges Seminar mache über Fragetechniken, Kommunikation, das Vier-Ohren-Modell, was auch immer jetzt, aber es nicht in meinen Alltag transferieren kann. Und ganz ehrlich, danach ist es wieder weg. Ich erlebe das auch häufig, wenn wir in einem Führungskräftekoaching einfach mal über das 4-Ohren-Modell sprechen, wo ich mir denke, hat eigentlich schon jeder gehört, ist schon so Basis und die dann so, boah, das habe ich gar nicht mehr gedacht oder, Danke für die Erinnerung, stimmt. Also solche Dinge und ich glaube gerade dieser Transfer ist dann ja auch so wichtig. Also wirklich in die Umsetzung, du hast ganz am Anfang gesagt, diese Wirksamkeit. Wirksam bin ich erst dann, wenn ich diese Tools dann ja auch entsprechend anwende und ein Ergebnis damit mitarbeiten. Ja, und nicht einfach nur in irgendeiner Unterlage irgendwo im Regal verschwindet, oder?
Eva Novak [00:15:09]:
Ja, ja, und ich sehe das sehr pragmatisch, weil du vorhin auch angesprochen hast, eben zum Beispiel dieses, wir sind jetzt zum Beispiel dieser Fragetechniken als 1 der Möglichkeiten sozusagen hängen geblieben. Ich sehe es aber ganz pragmatisch, es liegt noch immer in diesen Basic Tools, in diesen Basic Tools, dann typisch lernen. Lernen ist repetitiv, Steht der Tropfen, hüllt den Stein. Auch wenn es viele neue Modelle, neue Ideen gibt, zu sagen, okay, dran zu bleiben und zu schauen, ist die Basis da, ist sie nicht da, wertschätzend auch zu erfragen und zu evaluieren, ob die Basis überhaupt bekannt ist und da sitzt und bereits sitzt oder nicht. Und das sehe ich schon als auch sehr wirksamen Auftrag 1 externen Stimme, die das dann entsprechend wertschätzend verpackt auch bringen kann. Weiteres Beispiel, auch zum Thema Neugier, warum Neugier für mich so absolut relevant ist. Ich bin auch immer wieder unterwegs und denke mir auch, dass dieses Bewusstsein, dass wir in 1 volatilen, in 1 unsicheren Welt sind, Punkt, das ist das Normale, also ich spreche von der VUCA-Welt, Mich immer wieder überrascht, wie wirksam in meinen Workshops oder in diesem Einstiegsbereich immer ist, dass ich mit der Gruppe reflektiere, wissen wir, was VUCA ist, was bedeutet das, wie macht sich WUKA tatsächlich in unserem Betrieb, in unserem Team erlebbar? Und zu sagen, okay, und habe ich das Bewusstsein, dass das unsere Zeit ist? Und da bin ich mir sehr erstaunt auch, also aus meiner Sicht total basic, wie wirksam und wie wichtig das ist. Und ich bekomme sehr oft die Rückmeldung, wie wichtig das ist, dass man das einmal wirklich reflektiert hat.
Eva Novak [00:17:16]:
Und ich gehe heute hinaus und darf auch selbstbewusster in diese Unsicherheit hineingehen. Und das ist auch ganz, ganz wichtig und weiß eben aus dem heraus, Neugier wichtig, Unsicher. Ich kann und darf nicht alles wissen.
Bianca Prommer [00:17:33]:
Das ist schön, was du sagst, dieses Ich kann und darf auch nicht alles wissen. Und bin dann halt einfach neugierig und gehe mit diesem Staunen raus. Eine Kundin von mir hat mir gesagt, sie sieht sich selbst so wie eine Forscherin. Wie ein kleines Trüffelschweinchen, hat sie selbst gesagt. Einfach so herumgeht und schaut, wo gibt es denn was Neues, was tut sich denn da? Und ich glaube, das ist ja auch ganz wichtig, dass bewusst ist, es wird nicht mehr langsamer werden. Ganz im Gegenteil. WUKA ist da, mittlerweile gibt es ja auch den Begriff von Bani, was sich dann noch einmal ein Stückchen weiter geht. Und ich glaube, das ist also wichtig.
Bianca Prommer [00:18:11]:
Das ist da, das ist das neue Normal. Es wird nicht mehr anders werden. Ja, vielleicht noch schneller, aber es wird nicht mehr so werden, wie es einmal war.
Eva Novak [00:18:19]:
Und ich
Bianca Prommer [00:18:19]:
glaube, das ist auch ganz, ganz wichtig und da braucht es eben diese Neugierde. Jetzt würde ich gerne noch einmal kurz zurückkommen auf die Neugierde. Weil ich immer wieder, ich habe letztens einmal einen Post gemacht dazu, und Mein Buch fängt auch so an. Ich war schon immer neugierig und meine Oma hat zu mir gesagt, Bianca, sei nicht so neugierig, neugierige Leute sterben früh. Das war wirklich so eine Aussage, die
Eva Novak [00:18:45]:
ich ganz
Bianca Prommer [00:18:45]:
häufig gehört habe, was mich natürlich geprägt hat, weil wenn du das als Kind immer wieder hörst. Und das höre ich auch immer wieder von anderen, dass sie solche Dinge gelesen haben oder gehört haben, gesagt bekommen haben. Und letztens auf LinkedIn hat jemand geschrieben, dass er in der Neugier die Gier steckt. Und das ist was Negatives. Das habe ich auch sehr spannend gefunden. Wie siehst du denn das? Hast du Ähnliches schon erlebt, gehört? Was ist denn da deine Erfahrung damit?
Eva Novak [00:19:15]:
Da kann ich dir sehr gern 2 Dinge dazu stellen. Nämlich 1 ist diese Gier nach Neuem. Richtig, die Gier ist auch eher negativ konnotiert von dem her, aber das Wort Gier hat auch etwas in sich, dass das wirklich ein Trieb von Ihnen ist, dass das etwas ist, was überbordend ist, was ich gar nicht richtig kontrollieren kann unter Umständen, was so immanent ist. Und da sind wir jetzt ganz klar in der positiven Psychologie. Neugier kommt aus mir heraus. Das ist etwas, was mich Energie kostet, wenn ich es zurückhalten muss. Das ist und kann ein echter Motor und Antrieb, eine Stärke von mir sein, die mich insofern auch eben über schwierige Zeiten und so weiter und so fort weiterbringt, auf die ich mich verlassen kann. Und insofern wirklich, Also diese Gier möchte ich jetzt eher so übersetzen in dieses, ist es ein innerer Antrieb, der mich befähigt, in dieser VUCA-Welt trotzdem optimistisch gut weiterzugehen.
Eva Novak [00:20:27]:
Das ist das eine und diesen Rückblick auf deine Oma, da möchte ich auch was dazu stellen. Ich habe oft gehört, das Glück der Tüchtigen, ohne Fleiß kein Preis, und möchte das auch ganz klar in Zusammenhang mit Neugier stellen. Was ist das Glück der Tüchtigen? Das heißt, wenn ich neugierig bin, wenn ich immer wieder frage, wenn ich meine offen Ohren halte, also tüchtig bin im Sinne von umtriebig, mache ich Türen auf, dass mich das Glück finden kann. Und da sind wir ja letztlich, kommen wir dann jetzt noch auf einen weiteren Begriff, nämlich die Serendipity. Also, die Welt ist so komplex geworden, dass ich ja teilweise nicht einmal mehr, dass ich damit umgehen werden muss, dass ich gar nicht mehr weiß unter Umständen, wo das Wissen oder die Ressource ist, die ich jetzt dann brauchen werde. Aber dadurch, dass ich mich öffne, dass ich auch etwas preisgebe, dass ich neugierig bin, Fragen stelle, zielorientiert, funktionsorientiert, werde ich auch gefunden werden, wird das Wissen auch zu mir kommen. Und das ist auch ein ganz ganz ganz großer Folgeeffekt von Neugier letztlich. Und das ist doch ein sehr strategisches Denken eigentlich, würde ich sagen.
Bianca Prommer [00:21:52]:
Absolut. Und da möchte ich jetzt gleich noch eine Frage dazu stellen. Und zwar, ich werde oft gefragt, du Bianca, was ist, wenn ich die Neugierde verloren habe? Was kann ich tun oder auch mein Team, wie kann ich da unterstützen? Ich möchte die Frage gerne an dich weitergeben, Eva. Was ist denn da so dein Rat vielleicht, den du mitgeben könntest oder möchtest?
Eva Novak [00:22:15]:
Die Neugierde unterstützen ist ganz klar gerade auch jetzt in Teams, wo wir ja heutzutage eine Diversität im Lebensalter haben, eine Altersspanne, ist ganz klar, dass Neugier eine Grundhaltung ist, ich als Führungskraft Neugier ermutigen soll. In dem Sinn zum Beispiel, dass ich ganz bewusst Gesprächsformate schaffe oder in meinen Meeting-Formaten ganz gezielt Fragerunden oder auffordere, Fragen vorzubereiten oder dergleichen. Also wirklich das Fragen-Intim zu ermöglichen und zu üben, so die Neugier auch zu schaffen. Ganz klar natürlich dann auch die entsprechende Offenheit und Fehlerkultur mitzubringen, zu sagen, okay, eine Frage ist immer eine Frage und es gibt darauf eine Antwort und dann schauen wir, wie wir weiterkommen von dem her. Ich habe da sehr oft auch beobachtet, dass es zum Beispiel schon sehr hilfreich ist, und das sehen wir jetzt wieder in der Toolbox und eben im Handwerk, ganz klar auch zu definieren und vorzugeben, Es geht jetzt Verständnisfragen und nicht eine Diskussion zum Beispiel, das erkläre ich mir. Und das sind wir wieder in diesem Team. Ich bitte euch und ich habe, wenn ihr das nicht wollt, und ihr habt jetzt den Raum, stellt Verständnisfragen dazu. So, wozu kann ich jetzt Verständnisfragen stellen? Das ist auch etwas, was ich Führungskräften immer mitgebe, immer wieder mitgebe, auch wenn ich Führungskräftegruppen habe, also auf horizontaler Ebene.
Eva Novak [00:23:59]:
Aus der positiven Psychologie kommend, auch nach dem PERMA-Modell, ist eben wissenschaftlich erwiesen, dass Mitarbeiter gut und produktiv arbeiten, wenn sie eben das Meaning haben, wenn sie wissen, wo ihr Beitrag hinführt, einzuordnen ist von dem her. Wie schaffe ich Meaning, wie schaffe ich Neugier, Indem ich wirklich ermögliche, dass ich auch zum Beispiel, wenn ich mit dem Produkt selbst nichts zu tun habe, aber eine grundsätzliche Produktschulung habe, dass ich eine grundsätzliche Information bekomme. Was tut der andere gerade? Und dazu dann Verständnisfragen zu stellen. Oder auch hineinzugehen und zu sagen, was findest du besonders spannend an deinem Tum in der Firma? Also, lange Rede, kurzer Sinn, als Führungskraft suchen an welchen Orten, an welchen Stellen Fragen und Antworten unabhängig von meinem tatsächlichen aktuellen Arbeiten möglich und hilfreich ist.
Bianca Prommer [00:25:00]:
Du hast jetzt 2 Dinge gesagt und zwar das Perma-Modell und positive Psychologie. Für alle, die jetzt nicht wissen, was das ist, magst du da vielleicht kurz mal sagen, was das eigentlich ist?
Eva Novak [00:25:10]:
Ja, sehr gerne. Das ist auch mein ganz grundlegender Ansatz. Wir dürfen auch, es ist sehr wichtig auch zu unterscheiden, was ist jetzt Personalführung in dem Sinn, im Management-Sinne mit dem ganzen Handwerkzeug und was braucht es, echte Leadership zu machen. Leadership bedeutet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eben gut, wirksam, wirtschaftlich auch gelingend arbeiten können. Und da setzt die positive Leadership dazu, dass es natürlich die Probleme gibt, aber dass es wissenschaftlich erwiesen ist, wenn ich auf gewisse Stärken setze, ist es erwiesen, dass sich der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin entfaltet und eben, wie es immer schon so war, was man rumhin will, motiviert und engagiert ist. Und wenn ich vielleicht oft auch berechtigt oder nicht diesen Spruch höre, warum gehen sie nicht mehr die Extrameile? Markus Ebner hat daraus das Permalead-Modell UP geleitet, das eben ein sehr gutes Modell ist, wo an 5 konkreten Verhaltensankern, also insofern sehr pragmatisch und praxisdauernd gesagt werden kann, wenn du es Führungskraft es schaffst, so ein Umfeld zu machen, dann wird sich das positiv ausdrücken. Und das ist, schaffe ich, also das geht nach diesem Buchstaben, Es klingt sehr einfach, aber in der Reflexion ist es dann eben durchaus interessant. Schaffe ich positive Emotionen, positive Gefühle zu kreieren im Team? Schaffe ich Engagement, E-Engagement, dass ich als einzelner Mensch in meiner Funktion, meinen Antrieb, meine Stärken einsetzen kann.
Eva Novak [00:27:12]:
Relations, schaffe ich tragfähige Beziehungen zu machen. M, das Meaning, wie schaffe ich es, Führungskraft klar zu machen, welchen Sinn, welchen Beitrag der Mitarbeiter zu lassen. Und A, sehr spannend, was immer wieder abgekürzt bisher gemacht wurde, Accomplishment, nicht nur Ziele setzen, sondern auch sichtbar machen, wenn Ziele erfüllt worden sind. Und das reflektiert auf die Situation, ist ein sehr praxistaugliches Instrument, wo ich eben gerade auch altersgemischte Teams sehr gut begleiten kann.
Bianca Prommer [00:27:48]:
Ich möchte auch gleich noch einmal auf die altersgemischten Teams mit dir zurückkommen. Du hast ja gesagt, dass A, dieses auch erreichte Ziele auch sichtbar zu machen, Das ist ja etwas, was ja ganz häufig kurz kommt, oder? Also dieses,
Eva Novak [00:28:04]:
ich habe
Bianca Prommer [00:28:05]:
es vor kurzem erst wieder mit jemandem gesprochen in der Personalentwicklung, die gesagt hat, wir haben zwar regelmäßige Retrospektiven, da wird natürlich auch gesprochen, was gut funktioniert hat, was nicht gut funktioniert hat, etc. Aber sie nehmen sich keine Zeit, Erfolge zu feiern. Erlebst du das auch so?
Eva Novak [00:28:24]:
Ja, bzw. Stichwort Retrospektive, auch ein kleiner Tooltip, den ich jetzt allen Zuhörerinnen und Zuhörern da jetzt auch gleich mitgeben kann. Retrospektiven, du hast es eben gesagt, was hat gut funktioniert, was hat nicht gut funktioniert. Ganz simpel, ich arbeite extrem gern damit, womit beginnen wir, ja, also was auch immer, ja, womit, was beenden wir, was machen wir nicht mehr und was halten wir bei, beibehalten, ja. Und diese dritte Säule ist oft ein bisschen schwierig, und das heißt beibehalten, sage ich, das ist die Säule, wo in welcher Fragestellung auch immer wir hineinschreiben, das ist gelungen, das ist unsere Stärke, das ist ein Erfolg, Das ist das Sichtbarmachen von dem, was oft auch viel zu selbstverständlich genommen wird. Und dann sage ich, und aus dieser Beibehalten-Säule haben wir dann nämlich, was jetzt Accomplishment und Zielsetzung wieder anbelangt, einen weiteren Vorteil. Wir machen sichtbar und formulieren vielleicht auch aus, was es zu erhalten gibt. Ich habe in der Praxis sehr, sehr oft große Aha-Momente und da dreht sich jetzt auch ganz schnell der Kreis zu Mitarbeitergesprächen und Sinnhaftigkeit zu Mitarbeitergesprächen, Zielvereinbarungen.
Eva Novak [00:29:53]:
Dass es nicht immer Wachstumsziele, ich komme so aus 1 Zeit, also ich komme aus 1 Zeit, wo es immer größer, schneller, mehr Wachstum gegangen ist. Es geht nicht Wachstumsziele, es geht auch Erhaltungsziele. Was kann er halten? Wo hast du gut geleistet? Wo bist du gut? Wo bist du wirksam? Was ist wichtig? Was soll so bleiben? Und das kann ich durch dieses Beibehalten sehr gut sichtbar machen und eben letztlich auch ein Accomplishment aufzeigen. Wow, und wieder hast du das beigetragen.
Bianca Prommer [00:30:29]:
Ich finde es so schön, was du da gesagt hast. Ich kenne es ja auch. Also ich komme aus der Automobilindustrie und da ist auch immer nur Wachstum, Wachstum, Wachstum. Schneller, leichter, besser, günstiger, was auch immer jetzt. Größer, mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr EBIT, etc. Und ich kann mir vorstellen, dass jemand, der jetzt aus 1 anderen Generation ist, also jünger ist, da vielleicht überhaupt nichts damit anfangen kann, also mit diesen Wachstumszielen und mit diesen Wachstumsgedanken. Und da möchte ich jetzt auch gleich quasi die Brücke schlagen zu generationsübergreifenden Teams. Was sind das so typische Herausforderungen, also diese Wertevorstellungen, die einen sind so aufgewachsen, eben getrieben auf Wachstum, die anderen eher, man spricht ja der jungen Generation so diese Work-Life-Balance zu, dieses laissez-faire ein bisschen, ja schauen wir mal wo es hingeht.
Bianca Prommer [00:31:27]:
Wie erlebst du denn da in dem Kontext vielleicht auch einen Generationenkonflikt, wenn es überhaupt einen gibt?
Eva Novak [00:31:34]:
Ja, also alles was du jetzt angesprochen hast, das höre ich auch regelmäßig von dir. Das sind auch vor allem, das sind die Punkte, die sich die Gespräche drehen und die Diskussionen und die, sage ich jetzt mal höflich, die Äußerungen. Dazu kommt, möchte ich vielleicht noch dazu stellen, diese Klassiker wie Jüngere wollen nichts lernen, sind nicht engagiert, ältere interessieren sich sowieso nicht für uns tatsächlich und so weiter und so fort. Also das sind tatsächlich die Dinge, die so aufkommen. Und ich möchte als erstes hineingehen und sagen, ich habe es ganz bewusst gesagt, das ist das, wo sich diese Gespräche und Äußerungen herumdrehen. Und das ist schon der erste Punkt. Ich empfehle immer, dort schon den ersten Schritt wegzugehen, weil das sehr, sehr die und alles und sehr verallgemeinend ist. Was steckt wirklich dahinter? Man darf nicht übersehen, welche Situationen tatsächlich im Einzelfall zutreffend sind.
Eva Novak [00:32:40]:
Das gibt es nämlich sehr wohl auch. Aber bevor wir in diese Unterscheidung überhaupt kommen, ist es ganz wichtig, das ist nämlich vorhin schon angesprochen. Der Schlüssel ist zu akzeptieren, ich sage nicht einmal verstehen, weil das ist blankes Wissen. Und da komme ich jetzt wieder ganz auf den Anfang des Gesprächs zurück. Wie kann ich mit Wissen und Methodik für wirksames Zusammenarbeiten schaffen? Es ist blankes Wissen und logische Schlussfolgerung, dass wir jetzt eine Altersspanne an Mitarbeitern haben, die aus komplett verschiedenen, also komplett verschieden sozialisiert worden sind. Was? Vor allem 3 Teilbereiche, André. Kommunikation anbelangt, ja. Wie bin ich aufgewachsen? Welche Grundregeln der Kommunikation, allein gesellschaftlich, habe ich mitbekommen? Das zweite, die Technologie.
Eva Novak [00:33:37]:
Wie früh bin ich in Kontakt oder gekommen mit Technologie, Digitalisierung, virtueller Welt? Und das Dritte ist dann das Faktum, dass ich habe lange probiert, das jetzt wirklich auf 1 Jahreszahl festzumachen, aber es ist eigentlich irrelevant. Wir haben Mitarbeiter, die aus einem Arbeitgebermarkt kommen und wir haben Mitarbeiter, die aus einem Arbeitnehmermarkt kommen. Das ist ein Marktfaktor. Und wir sind jetzt in 1 Zeit, wo Mitarbeiter, Fachkräftemangel und so weiter und so fort, Pensionierungswelle nach wie vor, ich sage jetzt einmal ganz pauschal und flapsig, so flapsig wie diese Diskussionen geführt werden, am längeren Hebel sitzen und wenn es ihnen nicht passt, können sie gehen. Sage ich jetzt genauso flapsig, wie diese Diskussionen oft geführt werden, weil sich hier wirklich einfach das Marktgewicht verteilt hat. Und allein dieses Wissen ist dann schon ein großes Aha oft, ja, und wenn ich mir dann auch noch anschaue, aus welchen Generationen Führungskräfte kommen, Also vom Prozentsatz und wo die Mitarbeiter stehen. Mittlerweile definitiv über 50 Prozent bereits Gen X, Gen Y und Z. Ja, dann ist allein da hier schon viel, viel gewonnen vom Verständnis.
Bianca Prommer [00:35:00]:
Ich erlebe auch mittlerweile junge Führungskräfte, die dann ältere Mitarbeitende haben. Das ist ja auch immer ganz schade. Aus welchen Gründen auch immer, dass dann jemand entweder aus dem Team oder von extern jemand kommt und doch einiges jünger ist als jetzt das Team. Also ich habe eine Führungskraft im Coaching, die einiges jünger ist tatsächlich als das restliche Team.
Eva Novak [00:35:25]:
Und da gibt
Bianca Prommer [00:35:26]:
es ja auch wieder Spannungsfelder, oder?
Eva Novak [00:35:28]:
Genau. Und da möchte ich jetzt, ich habe vorhin ein bisschen ausgeholt, weil mir das so wichtig ist und vor allem, weil ich es schon sehr, sehr, sehr oft erlebt habe, dass allein dieses Sich-Beschäftigen mit diesen Daten und Fakten für sehr viel Erkenntnis und Aha gesorgt hat. Und da möchte ich jetzt eben wieder zurückkommen zur Brücke der Neugier. Wenn ich neugierig bin, Wissen zu haben, wenn ich neugierig bin, eben als jüngere Führungskraft mit älteren, lebensälteren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und vice versa, wenn ich einfach sehe, okay, gut, die Kommunikation läuft komplett anders. Warum ist das so? Aus welchen Gründen? Was steht da dahinter? Welche Erfahrung hat dieser Mitarbeiter mitgenommen? Wie ist der groß geworden oder sie? Und umgekehrt aber auch ganz wichtig für ältere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu sagen, okay was steht da dahinter, wie sind die groß geworden und Da denke ich mir doch, wenn man jetzt gerade auch als Eltern Jugendliche mit begleiten kann, was da sich eben alleine durch die Digitalisierung tut, ist ganz klar, hier haben wir was es sich, woher das kommt, dieses ich möchte ständig, dieser Bedarf an Kommunikation, dass das hochfrequent, kürzer ist, das sind ja so grundsätzliche Ideen. Ein Beispiel möchte ich bringen, was das Thema Kommunikation anbelangt, das ist so ganz klar dieses ja und dann kommt er und dann sagt er, warum? Und allein diese Intonation, es war der ältere Mitarbeiter, gerade das nicht, sage ich jetzt mal flapsig dran, der freche Bursch, das freche Mädel so ungefähr, der Frechdachs. Und dann haben wir diese Situation aufgedröselt und dann habe ich gesagt, ist Ihnen bewusst, dass diese Mitarbeiterin, dieser Mitarbeiter aus 1 Zeit kommt, wo von Anfang an, von Kindergarten weg, beigebracht wird, ja und es ist völlig egal, wie ich persönlich dazu stehe, mit eingebunden werden, in Entscheidungen gefragt werden, sprechen, wir haben Modelle wie völlig berechtigt Nein sagen lernen und so weiter und so fort. Das ist eine komplett andere Kommunikation als ältere Generationen aufgewachsen sind.
Eva Novak [00:37:59]:
Und dieser Mitarbeiter, also das heißt der ältere Mitarbeiter hat das von vorneherein aus seiner Sozialisierung ausgeschlossen, dass dieses Warum ernst gemeint ist im Sinne von ich interessiere mich, erzähle mir. Weil ich durfte damals, ich der Ältere, durfte damals nicht fragen. Ich musste irgendwie drauf kommen. Aber Tiere geben zu fragen, eine Antwort zu bekommen, das hat es in meiner Welt nicht gegeben. Und dieses Verständnis zu haben und da neugierig zu sein, das ist ein Schlüssel für altes gemischte Dienst.
Bianca Prommer [00:38:30]:
Eva, abschließende Frage, bevor wir dann zum Call to Action kommen. Ja. Weil die Frage zu dir passt, mit deinem Background. Die Abschlussfrage, wenn du eine neue Führungsregel ins Arbeitsgesetzbuch schreiben dürftest, Wie würde diese lauten? Die passt ja zu dir, mit deinem Background.
Eva Novak [00:38:50]:
Ja, vielleicht, weil ich von der Ausbildung her Juristin bin. Und insofern durchaus auch sehr viele, viel von klaren Standards halte, die eben wie in der Juristerei oft einen Interpretationsspielraum lassen. Aber was so ein absolutes Muss sein sollte, wenn ich einen Führungskräft oder was ich oft erlebe, Führungskraft sollte tatsächlich nur jemand sein, der erklären kann, oder die erklären kann, warum er oder sie gerne mit Menschen arbeitet, diese auf ein gemeinsames Ziel ausrichtet und dorthin bewegt. Wenn sie das erklären kann, ist gut. Und das sollte so ein bisschen ein Gesetz sein sozusagen. Kann eine Führungskraft das wirklich äußern und von sich sagen. Und damit ist nicht nur dem Team und dem Unternehmen geholfen, das darf man auch nie vergessen, damit ist auch ganz, ganz wichtig, den Führungskräften geholfen, weil Unternehmen brauchen auch gute Führungskräfte.
Bianca Prommer [00:40:01]:
Finde ich großartig, weil es gibt leider noch immer Führungskräfte, die dann bei Führungskraft werden, weil sie schon ewig lang im Unternehmen sind, weil es dann ein logischer Schritt ist. Oder sie bleiben Führungskraft, weil sie halt nur noch 3, 4, 5 Jahre bis zur Pension haben und da kann man ja jetzt nicht sie quasi runterstufen, das erlebe ich ja auch immer wieder.
Eva Novak [00:40:22]:
Da finde ich
Bianca Prommer [00:40:23]:
es jetzt so schön, dass du das auch noch einmal zusammengefasst hast, worum es eigentlich bei Führung geht.
Eva Novak [00:40:28]:
Ja, ganz genau. Und gerade in diesen, in unseren heutigen Zeiten, ja, in unserem Umfeld mit dieser ganzen Volatilität, mit dieser Komplexität, ist es neben dem fachlichen Wissen, das ist gar keine Frage, ja, aber wesentlich wichtiger als noch vor Jahren, wo viele von unseren Mitarbeitern und Kollegen auch gelernt haben und gearbeitet haben, ist es einfach wichtig, nicht zu wissen, was, sondern wer und wie bringen wir uns zusammen und zu unserem Ziel.
Bianca Prommer [00:41:06]:
Eva, wenn es unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sagen, ich möchte mehr wissen, ich möchte die Eva näher kennenlernen oder sie
Eva Novak [00:41:14]:
soll wissen,
Bianca Prommer [00:41:15]:
Wie und wo geht es am besten?
Eva Novak [00:41:18]:
Bitte gerne auf meine Homepage zu kommen, novak-consulting.at. Ich arbeite von Graz aus grundsätzlich. Man findet dort auch meine Telefonnummer oder auf meinem LinkedIn-Profil. Ich freue mich auch wahnsinnig über jedes direkte Kennenlernen und außerdem darf ich auch ankündigen, ich bin immer wieder in Online-Sessions oder bei Impuls-Vorträgen anzutreffen und da wird jetzt im Herbst, werden auch wieder einige sein, die Termine werden in Kürze ausgeschrieben werden auf meiner Homepage.
Bianca Prommer [00:41:57]:
Sehr schön, die werden wir dann auch in die Show Nutz am Besten Podcast-Folge geben, damit es so einfach wie möglich ist, dich zu finden, die Termine zu finden, deine Webseite zu finden. Und es lohnt sich auf jeden Fall. Liebe Eva, vielen, vielen Dank, dass du heute im Podcast warst. Es war super spannend. Sehr gerne. Neugier zu sprechen, generationsübergreifendes Arbeiten. Also ich glaube, wir haben so viele, oder du hast so viele Tipps auch gegeben für Führungskräfte, was da getan werden kann. Vielen Dank, dass du da warst.
Eva Novak [00:42:28]:
Ich danke für die Einladung.
Bianca Prommer [00:42:30]:
Sehr gerne. Ja, danke dir und bis zum nächsten Mal.
Eva Novak [00:42:33]:
Einen schönen Tag noch.