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Eis, Funken und leise Hoffnung



Strophe 1


Davos ruft vom Hang der Berge nach Geist des Gesprächs,

doch die Luft zwischen Westen und Westen ist kühl.

Ursula und Emmanuel, Merz zählt die Themen,

Mark Carney nickt, He Lifeng spricht leise von Ordnung.

Dänemark lässt den Stuhl leer, der Nordatlantik knirscht.

Auf den Tafeln: Geopolitik, Maschinen aus Denken, Klima und Brot.

Sources:



Refrain


Wir gehen auf dünnem Eis, doch Worte tragen weit,

zwischen Sturm und leiser Hoffnung, hält uns nur die Zeit.

Wenn Mauern aus Meinung stehen, singt die Stadt im Licht,

vielleicht hält uns der Dialog, vielleicht auch nicht.



Strophe 2


Dann verkündet ein Mann mit großem Echo ein Rahmenwerk fürs weiße Land,

die Zölle gegen Verbündete bleiben erst einmal stehen.

Er beansprucht das Eis, doch schließt Kanonen aus

und ruft nach sofortigen Gesprächen.

In Kopenhagen atmet man aus, Lars Løkke Rasmussen wirkt leichter.

Klingbeil sagt aus Berlin: Geschlossenheit wirkt.

Sources:



Refrain


Wir gehen auf dünnem Eis, doch Worte tragen weit,

zwischen Sturm und leiser Hoffnung, hält uns nur die Zeit.

Wenn Mauern aus Meinung stehen, singt die Stadt im Licht,

vielleicht hält uns der Dialog, vielleicht auch nicht.



Strophe 3


Daheim stellt Merz die Frage: Wie krank ist das Land?

Sind Stimmen am Telefon genug für ein Bett im Schatten?

Nina Warken dreht die Regel ins Licht zur Prüfung.

Ärztevertreter nicken, Gewerkschaften stampfen,

und von links bis grün wird die Stirn zur Falte.

Kassen melden lange Ausfälle, Experten zeigen auf digitale Zettel

und auf Husten, der nach der Pandemie nicht weichen will.

Sources:



Refrain


Wir gehen auf dünnem Eis, doch Worte tragen weit,

zwischen Sturm und leiser Hoffnung, hält uns nur die Zeit.

Wenn Mauern aus Meinung stehen, singt die Stadt im Licht,

vielleicht hält uns der Dialog, vielleicht auch nicht.



Strophe 4


Ein Feuer frisst Kabel über dem Teltowkanal,

Lichterfelde verstummt, die Heizungen schweigen.

Wohnungen und Läden tasten im Dunkeln,

Kliniken und Heime zählen lange Atemzüge.

Der längste Schatten seit den Tagen nach dem Krieg.

Eine Vulkangruppe bekennt sich,

Karlsruhe ermittelt wegen Terror.

Die Bundeswehr schenkt Sprit und Suppe,

bis das Licht zurückfindet.

Sources:



Refrain


Wir gehen auf dünnem Eis, doch Worte tragen weit,

zwischen Sturm und leiser Hoffnung, hält uns nur die Zeit.

Wenn Mauern aus Meinung stehen, singt die Stadt im Licht,

vielleicht hält uns der Dialog, vielleicht auch nicht.



Strophe 5


Die Bücher der Firmen klappen schwerer zu,

vom Tresen im Viertel bis zur großen Maschine.

Auch die, die Teile fürs Fahren schmieden, stolpern.

Es riecht nach strukturellem Knacken im Gebälk.

Man zeigt auf teure Wärme, auf Papierberge,

auf eine Welt, die wankt,

und raunt: Das nächste Jahr trägt noch steilere Wege.

Sources:



Refrain


Wir gehen auf dünnem Eis, doch Worte tragen weit,

zwischen Sturm und leiser Hoffnung, hält uns nur die Zeit.

Wenn Mauern aus Meinung stehen, singt die Stadt im Licht,

vielleicht hält uns der Dialog, vielleicht auch nicht.



Strophe 6


In Straßburg hält das Parlament die Hand über Reisende:

Entschädigung bleibt, wenn die Warte zu lang wird.

Der Rat will die Schwelle höher hängen.

Handgepäck soll frei sein, Kinder bei den Eltern,

Formulare fliegen von selbst.

Nun muss ein Ausschuss in kurzer Frist die Brücke schlagen –

sonst stürzt die Reform ins Wasser,

und wir stehen am Gate der Geduld, das Boarding ungewiss.

Sources:



Refrain


Wir gehen auf dünnem Eis, doch Worte tragen weit,

zwischen Sturm und leiser Hoffnung, hält uns nur die Zeit.

Wir halten den Atem an in diesem Gegenlicht –

vielleicht hält uns der Dialog, vielleicht auch nicht.