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Zwischen Funken und Frost



Strophe 1


Im Regionalzug bei Landstuhl fiel ein Name wie ein Stein:

Serkan C., der die Fahrscheine prüft, steht nicht mehr auf.

Nach Schlägen gegen seinen Kopf blieb nur das Echo im Abteil,

er starb an einer Blutung, die Stille schnitt wie Rauch.

Die Landesregierung ruft nach Schutz, nach Wachen und Bodycams,

Katrin Eder spricht, ein griechischer Verdächtiger sitzt in U-Haft.

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Strophe 2


Am Rollfeld dann ein ganzer Tag des Innehaltens:

VC und UFO rufen den Stillstand, Cockpit und Kabine Schulter an Schulter.

Verhandlungen über Vorsorge und Regeln verzettelten sich,

Anzeigetafeln flackern Absagen, Terminals schwimmen im Murmeln.

Die Töchter der Kranichflotte fliegen weiter am Rand,

ab Freitag, sagt man leise, findet der Himmel wieder Takt.

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Refrain 1


Zwischen Funken und Frost, zwischen Schlag und Trost,

zwischen Streik und Gespräch, zwischen Angst und Zuversicht,

halten wir das Gleichgewicht im Gegenwind, Hand in Hand,

bis ein neues Licht die Kanten weich zeichnet.



Strophe 3


Im Bayerischen Hof werden Worte zu Landkarten,

“Under Destruction” hängt wie ein Schatten an der Decke.

Merz und Rubio, Macron und Selenskyj, Starmer im Gespräch,

Europa sucht sein Rückgrat, der Atlantik zählt die Wellen.

Außen- und Verteidigungsleute wägen Krieg und Frieden,

und München horcht, ob Sätze Brücken werden.

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Strophe 4


Hinter Türen ohne Sirene wächst ein anderes Protokoll:

Innen- und Frauenministerium legen LeSuBiA offen.

Nur wenig wird angezeigt, so vieles bleibt im Dunkeln,

zu viele Frauen tragen Spuren von Blicken und Händen,

Partnerschaften, die Wunden statt Wärme hinterlassen,

und online greifen Schatten nach Jungen, Migrantinnen, Queers.

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Strophe 5


In Berlin glüht die Leinwand, der Vorhang hebt sich weit:

Tricia Tuttle gibt den Takt, Wim Wenders hält den Ton.

Michelle Yeoh nimmt den Ehrenbären aus Sean Bakers Hand,

“No Good Men” öffnet Türen, Shahrbanoo Sadat führt uns hindurch.

Harris, Ramsey, Brühl, Eidinger tauchen ins rote Meer,

ein Festival, das Trost erzählt und doch die Kanten zeigt.

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Strophe 6


Doch tief im Boden wird der Atem knapper:

Die Speicher stehen auf historischem Tief, die Vorgabe nur knapp geschafft.

In Bayern liegt ein Becken fast leer, sein Name: Wolfersberg,

die Netzagentur spricht ruhig: Versorgung sicher, doch beeilt euch.

Denn der nächste Winter hört schon zu, hinter Fenstern aus Glas —

wenn der Wind dreht, zählt unser Mut mehr als jedes Maß.

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Refrain 2


Zwischen Funken und Frost, zwischen Schlag und Trost,

zwischen Streik und Gespräch, zwischen Stille und Bericht,

halten wir das Gleichgewicht mit offenen Händen —

und hoffen, dass der Morgen hält, was diese Nacht verspricht.