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Zwischen Sturm und Staunen



Strophe 1


Abu Dhabi sah Gesichter, doch kein Durchbruch in der Hand,

Moskau fordert ganzen Donbass, hart wie Stein und Sand.

Die Kraftwerke erzittern, Raketen fressen Strom,

Berichte zählen Schicksale, Kiew setzt andren Ton.

In Brüssel steht ein Kompromiss, ein Paket für nächste Zeit,

doch heute bleibt die Frage, wer den Morgen still befreit.

Zwischen Sturm und Staunen hält die Welt den Atem an,

wir zählen keine Zahlen, nur Narben, Mut und Bann.

Ein Funke Licht im Dunkel, wenn die Nacht uns fragt:

Wird aus all den Wunden morgen doch ein Tag?

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Strophe 2


Über Cortina atmet Schnee, die Luft hält kurz noch still,

Philipp Raimund aus Oberstdorf fliegt, genau so, wie er’s will.

Ein Debüt und gleich das Gold, sein erster Sieg ist wahr,

auf der Normalschanze strahlt er – die erste deutsche hier, in diesem Jahr.

Um ihn wehen Flaggen, Polen, Japan, Schweiz im Wind,

im Eiskanal zuvor ein Sieg – das Land wird wieder Kind.

Zwischen Sturm und Staunen hält die Welt den Atem an,

wir zählen keine Zahlen, nur Narben, Mut und Bann.

Ein Funke Licht im Dunkel, wenn die Nacht uns fragt:

Wird aus all den Wunden morgen doch ein Tag?

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Strophe 3


In Lissabon erzählt die Nacht von einer leisen Wahl,

António José Seguro siegt in seltener Stichwahl.

Er führt im März das Land, Rebelo de Sousa weicht,

nach Höchstdauer im Amt, der Stab wird still gereicht.

Von der Leyen, Macron, ein warmer Gratulantenton,

Ventura nickt die Niederlage, rühmt Chegas Rekordergebnis schon.

Zwischen Sturm und Staunen hält die Welt den Atem an,

wir zählen keine Zahlen, nur Narben, Mut und Bann.

Ein Funke Licht im Dunkel, wenn die Nacht uns fragt:

Wird aus all den Wunden morgen doch ein Tag?

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Strophe 4


In Brüssel prüft man Bildschirme, die Sucht im Kleid aus Licht,

Endlos-Scroll und Autoplay, die Push, die niemals bricht.

Der Digital Services Act klagt: Schutz der Jungen fehlt,

zu leicht sind Schranken, wenn der Strom der Clips sich stählt.

Die Plattform widerspricht – doch steht am Horizont

eine Milliardenstrafe, falls das Urteil kommt.

Zwischen Sturm und Staunen hält die Welt den Atem an,

wir zählen keine Zahlen, nur Narben, Mut und Bann.

Ein Funke Licht im Dunkel, wenn die Nacht uns fragt:

Wird aus all den Wunden morgen doch ein Tag?

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Strophe 5


Ein Brand fraß eine Brücke, Berlin hielt bang den Atem an,

bei Lichterfelde starb das Licht, verstummte der Plan.

Zehntausende im Finstern, der längste seit dem Krieg,

die Vulkangruppe prahlt, man raunt von Fremdbetrieg.

Der General setzt Prämie, hoch wie ein Alarmsignal,

der Bundestag spannt ein KRITIS-Dachgesetz drüber – Experten nennen’s schmal.

Zwischen Sturm und Staunen hält die Welt den Atem an,

wir zählen keine Zahlen, nur Narben, Mut und Bann.

Ein Funke Licht im Dunkel, wenn die Nacht uns fragt:

Wird aus all den Wunden morgen doch ein Tag?

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Strophe 6


Und München deckt die Tische, der Hof wird wieder Saal,

im Rosewood wie im Bayerischen beginnt der alte Walzer.

Ein Kanzler namens Merz, aus Washington Rubio,

ein Bericht: Under Destruction – das Vertrauen liegt bloß, so roh.

Europa und die Brücke übern Atlantik, Streit und Frist –

die Türen schwingen auf:

Wer setzt den ersten Ton – und wer entscheidet, was jetzt ist?

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