In dieser Episode diskutieren wir über den Begriff des Moralischen Zufalls (Moral Luck) der vom englischen Moralphilosophen Bernard Williams geprägt wurde und seit der Veröffentlichung seines Textes „Moral Luck“ 1981 einen prominenten Gegenstand der philosophischen Debatte darstellt. Williams stellt die traditionelle Vorstellung infrage, dass nur kontrollierbare Handlungen moralisch relevant sind, indem er anhand von Beispielen aufzeigt, dass Glück oder Pech, sowie Erfolg und Misserfolg eine Rolle bei der moralischen Bewertung unserer Handlungen spielen. Damit greift er die besonders im deutschsprachigen Raum sehr verbreitete ethische Konzeption Immanuel Kants an, der moralische Verantwortung auf den guten Willen und Handlungen unter eigener Kontrolle beschränkt. Zufällige Faktoren, wie Folgen oder Umstände, sollten laut Kant keinen Einfluss auf moralische Bewertung haben. Viel Spaß bei zuhören!