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Description

Ich war bisher nur einmal in Japan, als im Jahr 2006 die PlayStation 3 vorgestellt wurde. Damals hatte ich kaum Zeit mehr zu sehen als zwei, drei Stadtteile von Tokyo, darunter Shibuya mit seiner berühmten Kreuzung. Als wir da abends unterwegs waren, fühlte sich das an wie die Metropole auf einem anderen Planeten. Doch etwas anderes übte zwischen all dem Stahlbeton und der Neonreklame noch eine größere Anziehungskraft auf mich aus: das Alte. Es war nicht immer so offensichtlich wie der Kaiserpalast, vieles war irgendwo im Grau der Moderne verborgen, meist als eine Spur aus Holz und Grün. Dazu gehörte auch ein Tempel im Bezirk Shinjuku, wo unser Hotel lag. Gerade eben geht man noch an Geschäften, Wohnhäusern und Parkplätzen des 21. Jahrhunderts vorbei, dann steht man plötzlich vor dem Grab eines berühmten Kriegers aus dem 16. Jahrhundert. Es wirkt mit seiner Steinpagode eher unscheinar, aber es gehört keinem Geringeren als Hattori Hanzo, dem Samurai und Shinobi, dem so genannten Dämon und Heerführer des späteren Shoguns Tokugawa Ieyasu.