Listen

Description

Sei mutig und sei stark – mit Jesus.

Diese Nachricht bekam ich aufs Handy als ich am Montag morgen aufstand, um zum Zahnarzt gehen zu müssen. Wirklich wie eine Aufforderung, ein Anstoß.

Mit Gott wollen wir Taten tun, Psalm 60,14

Das war die Tageslosung. Na, das auch noch!

Mir stand eine größere Zahn OP bevor, verbunden mit einigen Verlusten, Entstehen von Lücken.

Tja, die Lücken, auch die in unserem Leben, wie gehen wir damit um? Wie ging es mir auf diesem Weg?

Eine humorvolle Begegnung damit hatte ich, als einige Tage zuvor zugefallenermaßen ein Auto neben mir parkte. Zwei deutliche Dellen waren sichtbar. Darüber stand mit rot sorgfältig geschrieben: this was Anna und bei der anderen Delle: this was Emmi. Und daneben in größeren Buchstaben: Relax.

Mit diesen Erfahrungen im Herzen und auch ermutigt ging ich also zu dem Zahnarzt, der sehr behutsam und professionell handelte. Gleichzeitig betete ich auf dem Stuhl: wiederholte die Losung, lobte Gott, dankte Gott für die medizinischen Möglichkeiten, suchte nach guten Bibelworten und betete für alle im Raum. Ich spürte tiefe Entspannung und großen Frieden, auch beim Arzt und seiner Kollegin.

Übrigens hat er später gesagt, dass er und das gesamte Team es spüre, wenn die Patienten einen spirituellen Hintergrund hätten!

Und doch: was machte diese größere Lücke mit mir, auch wenn nur übergangsweise? Ich spürte inneren Schmerz, wie Abschiedsschmerz und Traurigkeit. Da waren nicht nur innere Tränen. Der Weg bleibt einem nicht erspart. Auch das Krachen und Knacken. Ja, da sind diese Lücken, nicht mal mehr zu verstecken.

Gleichzeitig habe ich gespürt und wie eine innere Stimme gehört: du bist nicht allein. Ich sehe dich. Ich sehe dich an. Ich halte mit dir aus und du bist wunderbar gemacht, angesehen. Diese Erfahrung brachte mich weg von allen menschlichen Betrachtungen dieser Lücke und ich lernte, zu ihr zu stehen. Sie liebevoll anzusehen, barmherzig hinzuschauen, auszuhalten und dem Heilungsweg zu überlassen.

Bereits am Nachmittag verließ ich das Haus mit rotem Lippenstift, um etwas zu besorgen.

Wie gerne füllen wir die Lücken sofort mit Taten, weichen aus, strengen uns an oder ziehen uns zurück. Na, Sie kennen das. Oder?

Ja, Lücken verursachen Abschiedsschmerz und Trauer, sind mit Scham belegt, brauchen Zeit zum Heilen, bevor sie wieder verschlossen werden oder Neues werden kann.

Der Heilige Geist füllt und erfüllt die Lücken mit heilsamer Liebe und Achtung, Scham weicht der Barmherzigkeit.

Diese Erfahrung wünsche ich uns immer wieder, dass wir nicht aufhören zu staunen trotz allem, in allem.

Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg