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Der große Assetklassen-Check 2026: Wo lohnt sich Dein Geld?

Die Frage taucht immer wieder auf: Bin ich eigentlich Sparer oder Investor? In welche Assetklassen sollte ich mein Geld investieren? In dieser Folge nehme ich Dich mit auf eine Reise durch die wichtigsten Anlageklassen – von Aktien, Anleihen und Immobilien über Rohstoffe und Kryptos bis hin zu klassischen Sparprodukten. Ich teile meine persönliche Einschätzung zu jeder Klasse, verrate, in welche ich selbst investiert bin, und welche ich aktuell mit Vorsicht betrachte, damit Du weißt, was für Dich und Dein Vermögen in diesem Jahr wirklich Sinn macht.

Das erwartet Dich in dieser Folge:

  1. Aktien: Der Klassiker – ETF, Fonds oder Einzelaktien?

  2. Anleihen: Wie funktionieren sie und lohnen sie sich heute?

  3. Immobilien: Pro und Kontra in der aktuellen Marktphase

  4. Rohstoffe (Gold und Silber): Krisenschutz oder Spekulationsobjekt?

  5. Kryptowährungen: Wie viel Platz haben sie im Portfolio?

  6. Sparbuch & Co.: Warum diese „sicheren" Klassen gefährlich sind

  7. Exoten (Uhren, Kunst, Whisky): die versteckten Fallstricke

  8. Mein Fazit: die aktuelle Gewichtung für ein smartes Portfolio

Aktien: Der Klassiker – ETF, Fonds oder Einzelaktien?

Starten möchte ich mit der Assetklasse der Aktien. Du weißt, ich halte Aktien für die beste und sicherste Geldanlage der Welt – aber heute widmen wir uns dem breiten Überblick.

Innerhalb der Aktienwelt gibt es verschiedene Wege, um zu investieren:

Jeder Weg hat Vor- und Nachteile. Beginnen wir mit dem Aktien-ETF. Kaufst Du einen ETF auf den DAX, dann bist Du in den DAX investiert, und das über einen ETF. Die Vorteile: geringe Kosten, keine aktive Verwaltung. Doch der Nachteil ist: Wenn Du das tust, was alle tun, wirst Du auch das bekommen, was alle haben – und das ist in der Regel relativ wenig.

Konkret: Ein DAX-ETF mag historisch 8–9 % pro Jahr liefern. Zieht man Kosten, Steuern und vor allem die Inflation ab, bleibt oft nicht mehr viel übrig.

Ein aktiv gemanagter Aktienfonds hat den Vorteil des professionellen Managements, das versucht, den Markt zu schlagen. Dafür sind die Kosten höher. Selbst gute Fonds, die den Index schlagen, liefern oft nur eine überschaubare Outperformance von vielleicht 5 % über dem Index – und unterliegen strengen Regulierungen. Man bezahlt also für das Management, ohne eine Garantie auf überragende Ergebnisse zu haben.

Egal welchen Aktienweg Du wählst – Einzelaktie, Fonds oder ETF – eines ist entscheidend: Du brauchst einen langen Atem. Eine Timeline von 7 bis 10 Jahren ist das Minimum. Die Börse durchläuft immer wieder Zyklen mit Rücksetzern, Verlustphasen und außergewöhnlichen Zeiten, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben. Eine solide Timeline ist Dein wichtigster Puffer gegen die Volatilität.

Anleihen: Wie funktionieren sie und lohnen sie sich heute?

Kommen wir zur zweiten großen Assetklasse: Anleihen (auch Rentenpapiere oder Rentenfonds) Grundprinzip: Du leihst Dein Geld einem Emittenten (Staat oder Unternehmen) und erhältst dafür Zinsen.

Spannend ist: Anleihen sind an der Börse handelbar, sodass neben den Zinsen auch Kursgewinne möglich sind. Diese entstehen durch Zinsänderungen: 

Wirft man einen Blick auf die aktuelle Lage, sehen wir zwei große Probleme:

erstens die Inflation und zweitens eine schwächelnde Wirtschaft. Diese Konstellation könnte Zentralbanken zu Zinssenkungen bewegen, was Anleihekursen zugutekäme.

Doch Vorsicht ist geboten. Die entscheidende Frage ist: Wem leihst Du Dein Geld? Du kannst in Staatsanleihen (mit vermeintlich hoher Sicherheit) oder Unternehmensanleihen (mit höheren Zinsen, aber auch höherem Risiko) investieren. Das Bonitätsrisiko ist real – selbst ein Top-Rating (AAA) ist keine absolute Garantie und kann herabgestuft werden. Immer steht die Frage im Raum: Bekomme ich mein Geld am Ende der Laufzeit zurück?

Ein weiterer Risikofaktor ist die Währung. Anleihen in Fremdwährungen (z. B. Brasilianischer Real, Argentinischer Peso) versprechen oft hohe Zinsen. Doch das Währungsrisiko kann diese Erträge schnell zunichtemachen: Bekommst Du 8 % Zinsen, aber die Währung verliert 10 % an Wert, bist Du am Ende im Minus.

Legendäre Investoren wie Ray Dalio setzen auf eine Aufteilung auf Aktien, Immobilien, Anleihen und Cash. Dieses Prinzip hat auch heute noch seine Berechtigung, wobei ich Immobilien für Privatanleger oft als späteren Schritt sehe.

Immobilien: Pro und Kontra in der aktuellen Marktphase

Kommen wir zur Immobilie, einer sehr großen und beliebten Assetklasse in Deutschland – vor allem wegen des Sicherheitsgedankens. Doch der Einstieg ist mit erheblichen Kosten verbunden:

Diese hohen Transaktionskosten schmälern von Anfang an die Rendite. Positiv wirkt sich die Inflation auf Immobilienpreise aus. Doch Vorsicht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Erfolg mit Immobilien erfordert umfangreiches Fachwissen. Du musst Lage, Markt und den baulichen Zustand richtig einschätzen können. Hinzu kommt der Einsatz von Fremdkapital (Kredit). Dieser Hebel (Leverage) kann die Rendite steigern, bedeutet aber auch ein zusätzliches Risiko, mit dem man leben können muss. Die steuerliche Seite ist ein weiterer Punkt.

Ein oft unterschätzter Faktor ist der administrative Aufwand: Verwaltung, Leerstandsrisiko, Probleme mit Mietnomaden, Renovierungen nach Jahren, Übergaben und Nebenkostenabrechnungen. Immobilien können sehr lukrativ sein, sind aber ein aktives Investment mit vielen Aufgaben.

Meine aktuelle Einschätzung: Der Immobilienmarkt ist etwas zurückgekommen. Gründe sind gestiegene Zinsen und eine vorherige Überhitzung nach Jahren der Nullzinsen (seit der Finanzkrise 2008/09). Viele Märkte haben Korrekturen von 20 bis 30 % erlebt. Zudem sind Immobilien aktuell schwerer verkäuflich, da potenzielle Käufer oft Schwierigkeiten mit der Bankfinanzierung haben. Für Banken sind neben der Sicherheit (der Immobilie) vor allem die Bonität und das Eigenkapital des Käufers entscheidend.

Ich glaube, es gibt bei Immobilien aktuell durchaus interessante Einstiegsmöglichkeiten. Doch die entscheidenden Fragen sind: Will ich das gerade? Kann ich das gerade? Und: Will ich mich so lange binden?

Rohstoffe (Gold und Silber): Krisenschutz oder Spekulationsobjekt?

Kommen wir zu einem Bereich, der schon sehr lange existiert, und den ich vor den Kryptomärkten behandeln möchte: Rohstoffe, konkret Gold und Silber.

Warum? Weil dieser Bereich extrem gelaufen ist. Silber über 100 US-Dollar, Gold bei über 5.100 US-Dollar – die Preise sind außer Rand und Band. Auch Kupfer hatte zwischendurch gigantische Kurse.

Grundsätzlich galt lange: Aktien und Rohstoffe korrelierten negativ. Wenn Aktien fielen, stieg Gold als „Krisenmetall", um Vermögen abzusichern. Gold und Silber waren primär zum Werterhalt gedacht, nicht nur zur Renditeerzielung.

Doch im Moment erleben wir eine wilde Zeit. Die Aktienmärkte stehen auf Allzeithochs (DAX fast 25.000, S&P 500 fast 7.000), und trotzdem sind Gold und Silber an der Spitze angekommen.

Warum ist das so? Ich glaube, ein Grund ist, dass die Menschen trotz steigender Aktienkurse eine tiefe Unsicherheit und Angst spüren.

Diese Unsicherheit speist sich aus vielen Quellen: der Politik der US-Notenbank (FED), der Neubesetzung von Jerome Powell, den regelmäßigen FOMC-Meetings und den vielen anderen Themen, die derzeit die Welt bewegen. Was Börsianer und Investoren überhaupt nicht mögen, ist Unsicherheit. Und genau die haben wir derzeit in den Märkten, weil niemand genau weiß, wie es weitergeht: Was macht die FED? Was passiert mit Jerome Powell? Wie ist Amerika einzuschätzen? Dazu kommen die Kriegs- und geopolitischen Risiken.

Gold ist ein "Safe Haven", Silber hat zusätzlich eine starke industrielle Komponente. Ich habe Silber vor längerer Zeit sehr deutlich empfohlen und viele positive Feedbacks bekommen, weil es extrem gut gelaufen ist. Persönlich glaube ich, dass vor allem bei Silber die Grenzen erreicht sind. Aber am Ende weiß man nie, wie eine „wilde, verrückte Masse" – wie schon Isaac Newton sagte – die Märkte weiter in die Höhe treiben kann. Man kann also nicht endgültig sagen, ob das schon das Ende der Fahnenstange ist.

Doch man kann festhalten: Gold und Silber in Teilen im Portfolio mit dabei zu haben, ist durchaus vernünftig.

Kryptowährungen: Wie viel Platz haben sie im Portfolio?

Kommen wir nun zu den Kryptowährungen, den Coins. Dieses Thema dürfen wir natürlich nicht auslassen. Grundsätzlich muss man sagen: Die Coins sind mittlerweile im Rennen. Es ist eine Assetklasse, die es seit etwa 17 bis 18 Jahren gibt, für die es bereits ETFs gibt und die weltweit vernetzt wird. Ich persönlich glaube, dass es Kryptowährungen weiterhin geben wird.

Doch die Lage ist ungewiss: Beim Bitcoin gibt es heiße Diskussionen – die einen sehen ihn bei 20.000 USD fallen, andere bei einer Million. Aktuell steht er bei rund 90.000 USD, und niemand weiß, wer Recht hat.

Meine Einschätzung: Es ist eine spannende, aber noch sehr junge Assetklasse, die dennoch in keinem Portfolio fehlen sollte. Ein wichtiger Hinweis: Ähnlich wie bei den Big Seven an der Börse (Amazon, Google etc.) sollte man sich auch bei Kryptos auf die etablierten, großen Namen konzentrieren. Ich würde keine Shitcoins kaufen – über 20.000 Coins sind bereits komplett verschwunden. Ich würde mich auf die mit „B" und „E" konzentrieren. Dort könnte es derzeit sogar Nachkaufchancen geben, nachdem der Kurs etwas nachgegeben hat .

Ein wichtiger gemeinsamer Nenner: Bei Kryptos, Gold/Silber, Immobilien und Aktien (aber nicht bei Anleihen) ist die Inflation Dein Freund. Steigende Preisniveaus treiben tendenziell den Wert dieser Sachwerte nach oben.

Warum? Weil sich ihre Preise mit der allgemeinen Teuerung inflationär nach oben anpassen – wie das Beispiel der immer teurer werdenden Kugel Eis zeigt. Die Inflation unterstützt diese Assetklassen.

Anleihen nehme ich hier ein wenig raus. Für mich sind sie im aktuellen europäischen Zinsumfeld eher langweilig. Spannend könnten höchstens Anleihen in Fremdwährungen sein, aber im Kern finde ich diese Klasse derzeit wenig attraktiv.

Zusammenfassend kann man also sagen: Die genannten Sachwert-Assetklassen werden von der Inflation unterstützt, was sie zu einer echten Investition macht.

Sparbuch & Co.: Warum diese „sicheren" Klassen gefährlich sind

Ich möchte auch noch auf die klassischen Assetklassen Sparbuch, Tagesgeld, Bausparen und Lebensversicherung eingehen. Allein in Deutschland liegen noch immer 6 bis 8 Billionen Euro in diesen Produkten.

Wenn Du in diese Klassen investiert bist, ist das grundsätzlich Deine Entscheidung. Doch ich muss klar sagen: Hier ist die Inflation gegen Dich. Zusätzlich gibst Du Selbstverantwortung und Selbstvertrauen ab, denn Du schließt einen Vertrag mit einer Gesellschaft, der Du Dein Geld gibst und die Dir einen (meist niedrigen) Zins zurückgibt.

Ich sage immer: „Zinsen sind Strafgeld." Deshalb sind diese Assetklassen für mich erst einmal raus. Der Grund für ihre Beliebtheit ist die vermeintlich hohe Sicherheit, an die die meisten Menschen denken.

Doch eines ist klar: Mit diesen Assetklassen wirst Du definitiv kein großes Vermögen aufbauen .

Exoten (Uhren, Kunst, Whisky): Die versteckten Fallstricke

Kommen wir zu einigen weiteren, durchaus spannenden Themen: den Assetklassen, die so ein bisschen außen vor sind. Dazu zählen Autos, Oldtimer, Wein, Rum, Whisky, Uhren, Schmuck oder Kunst.

Diese Klassen sind oft relativ entspannt, benötigen aber eine längere Timeline. Ganz klar muss man sagen: Hier musst Du Dich sehr gut auskennen. Ein entscheidender Hinweis ist die Frage nach der Fungibilität Deiner Gelder. Das heißt: Kannst Du die Anlage auch wieder problemlos verkaufen?

Bei börsengehandelten Assets (Aktien, Anleihen, Coins) oder auch über Portale wie ImmobilienScout ist der Verkauf relativ einfach. Bist Du aber in speziellen Themen wie Uhren, Oldtimern, Wein oder Kunst investiert, wird es deutlich schwieriger.

Warum? Weil Du das Problem hast, einen Käufer zu finden, der bereit ist, den gewünschten Preis zu zahlen. Das ist für mich einer der größten Vorteile der Börse: Du kannst Apple-Aktien im Wert von mehreren Millionen handeln, ohne den Kurs nennenswert zu bewegen. Versuchst Du hingegen, eine Uhr für 20 Millionen zu verkaufen, wird das schon deutlich schwieriger.

Last but not least ein paar grundlegende Sätze zu allen Assetklassen:

  1. Im Einstieg liegt der Gewinn. Der richtige Zeitpunkt zum Starten ist entscheidend.

  2. Wissen und Erfahrung sind Pflicht. Bevor Du in eine Assetklasse einsteigst, musst Du Dich auskennen und wissen, wie Du damit Geld verdienen kannst.

  3. Die richtige Strategie und Timeline sind zentral. Du musst Dir überlegen, wie Du vorgehst, wie Du es umsetzt und wie lange Du dabei sein willst. Und Gelder, die Du kurzfristig parken willst, gehören nicht in Einzelaktien, generell nicht an die Börse und schon gar nicht in Immobilien (die sind ja „immobil" und der Handel dauert).

  4. Achte auf die Kosten. Hohe Anschaffungs- oder Transaktionskosten (wie bei Immobilien oder manchen Fonds) erfordern eine längere Anlageperiode, damit sich die Investition überhaupt rentieren kann.

Mein Fazit: Die aktuelle Gewichtung für ein smartes Portfolio

Schauen wir uns die verschiedenen Assetklassen noch einmal im Überblick an und wagen eine grobe Gewichtung für ein Portfolio:

Aktien liegen einfach entspannt im Depot. Für mich persönlich überwiegt der Aufwand bei Sammler-Assetklassen bei weitem den Nutzen. Ich habe meine Gelder lieber in Aktien angelegt, die ich selbst manage und mit denen ich eine ganz andere Rendite erziele.

Das war mein Ausblick über die verschiedenen Assetklassen. Ich hoffe, Du konntest wieder einiges für Dich mitnehmen.  

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