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Description

Uwe Paris beschreibt seinen Einstieg in eine Branche, die er nicht studiert hat. Autorität gewinnt er nicht über Titel, sondern über Haltung und eine eigene „Ästhetik der Arbeit“: Schwarz-Weiß-Fotografien von Menschen und Arbeitsorten, präsentiert in einem pulverbeschichteten Metallhalter, der das Kalendarium verbirgt – Kunstobjekt statt Werbegeschenk. Vierteljährlich liefert er nur an Vorstände und Direktoren „Der Künstler ist da“ – Neugier öffnet Türen, wo reine Technikrhetorik nicht trägt.

Ein Mitarbeiter-Kalender porträtiert zwölf Kollegen – mit Einverständnis und offener Herkunftsbezeichnung; später verteilt er 250 Einwegkameras an Kund:innen, kuratiert aus tausenden Fotos ein kollektives Panorama ihrer Welt. Gegen die Büro-Ödnis sucht er geistige Luft: Museumsbesuche als Gegenraum.

Aus der Grundfrage „Will ich das?“ wird Unternehmertum: Grundstück kaufen, Halle bauen, Kirchner STD gründen, Reparaturen ins eigene Haus holen, das Portfolio erweitern.

So etabliert der Quereinsteiger ein Beziehungs- und Bedeutungsmanagement: Respekt auf dem Werksgelände, klare Kante bei Grenzverletzungen, Sinn für Bilder und Geschichten – und die Fähigkeit, mit ungewöhnlicher Ästhetik industrielles Vertrauen zu stiften.