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Der Bachmannpreis oder die »Tage der deutschsprachigen Literatur«, wie die Literaturveranstaltung offiziell heißt, findet in diesem Jahr zum 43. Mal statt. Sieben Juroren haben 14 Autorinnen und Autoren mit ihren Texten nach Klagenfurt in Kärnten eingeladen. Live und vor Publikum lesen die Autoren ihre Texte vor, direkt anschließend diskutiert die Jury über den jeweiligen Text. Von Donnerstag, 27. Juni, bis zum Samstag, 29. Juni 2019, wird gelesen, am Sonntag, 30. Juni, stimmt die Jury ebenfalls öffentlich über die Preisträger ab. Vergeben werden der mit 25.000 Euro dotierte Hauptpreis, der Ingeborg-Bachmann-Preis, der mit 12.500 Euro dotierte Deutschlandfunk-Preis, der Kelag-Preis mit 10.000 Euro und der 3sat-Preis mit 7.500 Euro dotiert. Zusätzlich gibt es den mit 7.000 Euro dotierten BKS-Publikumspreis, der – wie es der Name bereits sagt – durch eine Online-Abstimmung auf bachmannpreis.at ermittelt wird.

Bevor wir uns anschauen, was in diesem Jahr neu und bemerkenswert ist, schauen wir auf das, was unverändert ist: die sieben Jurorinnen und Juroren. In diesem Jahr gab es keinen einzigen Wechsel. Den Jury-Vorsitz hat seit 2015 Hubert Winkels inne. Nora Gomringer und Insa Wilke, die im letzten Jahr neu dabei waren, sitzen ebenfalls wieder in der Jury, genauso wie Michael Wiederstein, Hildegard Keller, Klaus Kastberger und Stefan Gmünder. Neue Stimmen und Impulse sind also von Seiten der Jury nicht zu erwarten.

Wie in den Vorjahren wird im literaturcafe.de wieder die Online-Abstimmung zur Jurorin/zum Juror des Jahres 2019 geben. Machen Sie mit und stimmen Sie auf literaturcafe.de am 29. Juni 2019 ab. Sie finden den Link dann auf der Startseite. Im letzten Jahr gewann Insa Wilke den undotierten Preis.

Alle Lesungen und die Preisverleihung werden live im Fernsehen von 3sat übertragen, ebenso gibt es via bachmannpreis.at einen Video-Livestream und via Deutschlandradio einen Audio-Stream.

Blicken wir statistisch auf das Feld der 14 Autorinnen und Autoren. Die Österreicher sind in diesem Jahr in der Überzahl: sechs. Drei Teilnehmer sind aus der Schweiz, fünf aus Deutschland. Die Frauen sind in diesem Jahr mit acht Autorinnen in der Mehrzahl. Der jüngste Teilnehmer ist Jahrgang 1996, die älteste Teilnehmerin Jahrgang 1959. Das Durchschnittsalter liegt diesmal bei rund 38 Jahren. Der in frühen Jahren oft zu lesende Satz »lebt in Berlin« taucht diesmal nur zweimal auf. Ebenso haben nicht mehr allzu viele Autorinnen und Autoren an einem der Literaturinstitute das Schreiben studiert. Tatsächlich zeigt sich beim Lesen der Biografien ein Bild, das sich ebenfalls schon in den Vorjahren abzeichnete: Viele Autorinnen und Autoren kommen aus anderen künstlerischen Feldern wie Theater oder bildender Kunst.

Eröffnet werden die 43. Tage der Deutschsprachigen Literatur am Vorabend, dem 26. Juni 2019. Hier wird die Lesereihenfolge der kommenden drei Tage ausgelost und die »Klagenfurter Rede zur Literatur« gehalten – in diesem Jahr vom Autor Clemens J. Setz. Setz las 2008 selbst in Klagenfurt und gewann damals den Ernst-Willner-Preis. Der Titel seiner Rede lautet »Kayfabe und Literatur«. Kayfabe ist ein Begriff aus dem Wrestling. Er steht für die Inszenierung, das »Theaterspiel« und die Vorabsprachen bei diesen Schaukämpfen, die jedoch vor der Kamera nicht so wirken sollen. Man darf gespannt sein, welche Verbindungen und Parallelen Setz ziehen wird.

Wolfgang Tischer wird zudem die Lesungen und Jury-Diskussionen live auf Twitter kommentieren. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @literaturcafe, oder folgen Sie allgemein dem Hashtag #tddl (steht für Tage der deutschsprachigen Literatur), um die gesamte Diskussion zum Wettbewerb mitzubekommen.

Wir hören uns aus Klagenfurt! Und wir freuen uns über Rückmeldungen, Bewertungen und Kommentare zu diesem Podcast. Unten können Sie die aktuelle Pilotfolge direkt anhören. Viel Spaß!