Ein halbes Jahr lang lebte Etta Streicher im australischen Urwald. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen in einem Protestcamp weit oben in den Bäumen. Strickleitern, Hängematten, Plateaus, Bretterbrücken – das alles half nichts. Denn eines Nachts kamen die Maschinen, die Männer mit den Kettensägen. Das Waldstück gerodet binnen weniger Tage. Monate des Protestes sinnlos.
Sinnlos? Ist Hoffnung nicht die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht? Egal ob in Australien in den 90er Jahren oder in Grünheide heute? Wie würden Bäume Hoffnung stiften, wie sich äußern, wenn sie unsere Sprache sprächen? Etta Streicher spielt dieses poetische Experiment durch. Sie raschelt mit dem Ur-Laub, liest aus den feinen Adern der Flug-Blätter eine doch noch mögliche Zukunft heraus. Sie wagt ein "Resistänzchen" unter Bäumen, sie gibt ein sinnliches Verssprechen an die Bäume. Sie sagt das Einfache, was schwer zu machen ist: Dass uns jetzt die Bäume so dringend brauchen wie wir schon immer sie.
Feature von Etta Streicher und Thies Streifinger
Sprecher: Nils Thorben Bartling und die Autorin
Redaktion: Tobias Barth
Ton: Holger Kliemchen
Regie: Andreas Meinetsberger
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2024
Verfügbar bis 27. Oktober 2026