Die Corona-Pandemie ist mehr als nur eine gesundheitliche und wirtschaftliche Krise. Sie hat unsere Gesellschaft tief erschüttert und vor ganz neue Fragen gestellt. Warum erfreuen sich in diesen Zeiten Verschwörungstheorien so einer großen Beliebtheit? Und warum treffen die gesellschaftlichen Auswirkungen von Corona besonders die Frauen? In dieser Folge von »Suhrkamp espresso« geht es um die Auswirkungen der Corona-Krise auf unsere Gesellschaft.
Michael Butters Buch »›Nichts ist, wie es scheint‹« beschäftigt sich mit dem Phänomen der Verschwörungstheorien, die sich in Zeiten von Corona besonders großer Beliebtheit erfreuen – nicht zuletzt dank reichweitenstarker Multiplikatoren wie Attila Hildmann, Xavier Naidoo und Ken Jebsen. Butter erläutert, wie Verschwörungstheorien funktionieren, welche Auswirkungen sie haben können und wo ihre Gefahren liegen.
Während manche spekulieren, ob es die Krankheit überhaupt gibt, hat der Autor Paul B. Preciado sie unmittelbar erlebt – er erkrankte Anfang März an Covid-19. Inzwischen ist er wieder gesund und hat zwei Texte über die Erkrankung in sein Buch »Ein Apartment auf dem Uranus« aufgenommen. Basierend auf Michel Foucaults Überlegungen diskutiert Preciado, was die Wahl der Strategie zur Bekämpfung einer Pandemie über die jeweilige Gesellschaft aussagt. Jenseits dessen sind Preciados Kolumnen eine Chronik der Transformation des eigenen Körpers und der eigenen Identität von Beatriz zu Paul – und zugleich dokumentieren sie die im Wandel begriffenen politischen Verhältnisse in Europa seit 2013.